Kommentare

Beruf­liche Verän­de­rung: Souve­räne Entschei­dung oder Flucht vor der Realität? — 7 Kommentare

  1. Hallo Herr Ghaffari,danke für diesen Artikel - Sie spre­chen damit ein Thema an, dass auch mich momentan (wieder) bewegt & ich vor etli­chen Jahren aus im Blog genannten Gründen die »Flucht« ange­treten habe. Offen­sicht­lich holen mich die unver­ar­bei­teten Teile ein, weil ich es damals nach der Flucht für nicht notwendig erachtet habe, ein Coaching oder sonst was zu buchen … abge­sehen davon war Coaching vor etli­chen Jahren noch mehr Führungs­kräften vorbe­halten!
    Ganz beson­ders gefällt mir Ihr nach­fol­gender Satz, weil damit die unge­wollte Situa­tion nicht zu verschwinden hat, sondern nach wie vor ihre Daseins­be­rech­ti­gung haben darf, damit auch versteh­barer wird, und man somit eine andere Haltungs­lö­sung finden kann: Es bleibt womög­lich weiterhin eine unan­ge­nehme und unge­wollte Situa­tion, aber man spürt plötz­lich eine ange­nehme Distanz dazu, sie geht einem plötz­lich nicht mehr nah und man verliert nicht die Souve­rä­nität.

    • Herz­li­chen Dank für Ihren Kommentar/ Ihr Feed­back. Sie geben hier einen sehr wich­tigen Hinweis, 

      […] nicht zu verschwinden hat, sondern nach wie vor ihre Daseins­be­rech­ti­gung haben darf, […]

      der in unter­schied­li­chen Ausprä­gungen eine wich­tige Rolle spielt: Einer der Tücken unseres Denkens basiert nämlich darauf, dass wir die Welt in falsch oder richtig, gut oder schlecht, Stärke oder Schwäche aufteilen. Damit fangen viele unserer Probleme erst an. Wenn wir beispiels­weise uns über unsere Stärke freuen, über­sehen wir leicht, dass wir einen Preis für diese Stärke zahlen. Da unsere Aufmerk­sam­keit nicht auf den Preis gerichtet ist, laufen wir Gefahr, dass der Preis subjektiv betrachtet zu hoch ausfällt. Beispiel­haft sei eine Person genannt, die stets für andere da ist und dabei mehr Energie inves­tiert als ihr eigent­lich zur Verfü­gung steht.

      Auf den Punkt oben zurück­zu­kommen: In der Tat, wenn unsere Aufmerk­sam­keit darauf gerichtet ist, dass etwas nervt und falsch ist, über­sehen wir leicht, dass es einen Nutzen für uns hat - eine Daseins­be­rech­ti­gung eben.

      Ich hoffe, dass Sie eine gute Lösung für Ihre aktu­elle Situa­tion finden. Ihnen kommt sicher zugute, dass das Coaching-Angebot zwischen­zeit­lich groß ist, so dass Sie sicher leicht eine passende Unter­stüt­zung finden werden.

      Viele Grüße

  2. Ich stimme Ihnen in fast allen Punkten zu.
    Ausnahme ist aller­dings für mich folgende Aussage:

    »Wenn das sich Fügen in Hier­ar­chien das eigent­liche Thema ist, dann hilft noch nicht einmal die Selbst­stän­dig­keit. Denn Ihre künf­tigen Kunden können mindes­tens genauso gut diese Rolle besetzen! «

    Die Selb­stän­dig­keit hat viele Facetten In einigen Formen spielt der einzelnen Kunde kaum eine Rolle, da der Kunde Sie nie zu Gesicht bekommt oder gar zu Gesicht bekommen möchte.

    Nehmen wir an, die Selb­stän­dig­keit beinhaltet das Betreiben einer oder mehrerer SB-Auto­wasch­an­lagen. Von einem Kunden wird ein Betreiber maximal nur dann ange­spro­chen, wenn es Probleme mit der Wasch­an­lage gäbe. Bei größeren Problemen leitet der Betreiber die Beschwerde/ Schaden direkt an seiner Versi­che­rung weiter.

    Das Geschäft kommt ohne Hier­ar­chien aus, mit der dieser frühere Ange­stellte nicht umgehen konnte.

    Auch für solche aus Ihrer Sicht hoff­nungs­losen Fälle gibt es beruf­liche Lösungen.

    • Ein guter Punkt. Ich sollte daher ergänzen: Mir geht es hier nicht um eine räum­liche, recht­liche oder ablauf­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Sicht, sondern um die emotio­nale Wahr­neh­mung der betrof­fenen Person! Wie Sie richtig andeuten, auch im Ange­stell­ten­leben gibt es genü­gend Fälle, in denen man den Chef nie zu Gesicht bekommt. Aber das eine Rund­schreiben von ihm reicht schon und für diesen Menschen, den ich hier vor Augen habe, ist der Tag gelaufen.

      Ich versuche den Leidens­grund so gut es geht zu formu­lieren: Es geht darum, dass ein anderer glaubt, sich aufgrund seiner Posi­tion das Recht heraus­nehmen zu dürfen, mir zu sagen, was ich zu tun und zu lassen habe. Dazu gesellt sich ein Gefühl von Ohnmacht, weil die Rolle der anderen Person ihr auch tatsäch­lich eine gewisse Macht genau dazu verleiht. Und zu guter Letzt: ich glaube auch noch, dass das, was die Person von mir will, falsch, unan­ge­messen oder unan­ge­bracht ist. 

      Wohl viele Menschen finden diese Kombi­na­tion nicht wirk­lich prickelnd, aber die hier gemeinte Person leidet regel­recht darunter.

      Genau diese »Knöpfe« werden auch in Zukunft gedrückt, wenn er als künf­tiger SB-Auto­wasch­an­lagen-Betreiber einen Beschwer­de­brief eines Kunden zu Gesicht bekommt, der eine unan­ge­mes­sene Erwar­tung formu­liert. Und sie werden gedrückt, wenn ein Beamter ihm erklärt, dass seine Anlage um 0,02 mm die Norm­vor­schrift XY verfehlt hat und er den Fehler daher korri­gieren sollte.

  3. Es ist verständ­lich, daß emoti­nale Probleme mit der Hier­ar­chie sich alleine rein tech­nisch und ohne quali­fi­zierter Hilfe nicht lösen.

    Aller­dings beschränkt sich das Problem dieser Perso­nen­gruppe nicht ausschließ­lich auf ihr beruf­li­ches Umfeld.

    Da fällt mir das Beispiel des allein­ste­henden Rent­ners ein, der sich ständig im Streit mit seinem Vermieter, Nach­barn, Schorn­stein­feger etc. -die ihn zu Hand­lungen auffor­dern oder von Hand­lungen abhalten wollen- ein.

  4. Pingback: Soll ich kündigen oder nicht? - Valentina Levant

  5. Pingback: Berufliche Veränderung: Souveräne Entscheidung oder Flucht vor der Realität? – Fachblog: Kourosh Ghaffari | gruender.gbcc.eu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

EnglishGerman