Wenn wir uns über Zufriedenheit und Glück unterhalten, stellt sich die Frage: Welche Rolle spielt hierbei das liebe Geld und Ist es zwingend erforderlich?
Wenn wir uns über Zufriedenheit und Glück unterhalten, stellt sich die Frage: Welche Rolle spielt hierbei das liebe Geld und Ist es zwingend erforderlich?

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Gehirnforschung: Zufriedenheit und Glück ist keine Frage des Geldes

4 Min.

Wie das Gefühl von Zufriedenheit und Glück entsteht und was hierfür wirklich von Bedeutung ist.

Zufriedenheit ist ein eher dauerhafter und langfristiger emotionaler Zustand. Das Gefühl von Glück hingegen ist meist von kurzer Dauer.

Es entsteht, wenn wir z. B. ein Ziel erreicht haben, eine frohe Botschaft erhalten oder eine freudige Überraschung erleben. In diesen Momenten sind wir dann für eine bestimmte Zeitspanne glücklich. Beide emotionalen Zustände hängen aber untrennbar miteinander zusammen. Würden wir keine Glücksmomente erleben, könnten wir auch nicht auf Dauer zufrieden sein.

Wenn wir uns über Zufriedenheit und Glück unterhalten, stellt sich die Frage, welche Rolle spielt hierbei das liebe Geld. Ist Geld zwingend erforderlich, um den Zustand der Zufriedenheit zu erlangen, bzw. ist mehr Geld gleichzusetzen mit mehr Zufriedenheit?

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Wodurch entsteht berufliche Zufriedenheit?

Die meisten Menschen erzielen ihr Geldvermögen nicht aus Lottogewinnen oder Erbschaften, sondern durch ihre Arbeitskraft. Sie gehen Tag für Tag ihrem Beruf nach und sind mit dem, was sie tun, mehr oder weniger zufrieden.

Andererseits nimmt im unternehmerischen Wettbewerb die Zufriedenheit von Mitarbeitern und Führungskräften einen immer größeren Stellenwert ein. Zufriedene Mitarbeiter sind motivierter und leistungsfähiger, und ein Unternehmen mit zufriedenen Mitarbeitern findet meist auch die besseren Bewerber.

Aber wovon hängt es ab, ob Menschen an ihrem Arbeitsplatz zufrieden sind oder nicht? Ist das Maß der Dinge die Höhe des Einkommens?

Zufriedenheit und Gesellschaft

Dass Geld nicht im Vordergrund steht, wenn es um die Zufriedenheit geht, zeigt auch eine andere Untersuchung. Eine noch junge Forschungsrichtung ist die “ökonomische Glücksforschung”.

Zufriedenheit und Glück ist keine Frage des Geldes2

Sie kam zu dem alarmierenden Ergebnis, dass in den letzten 50 Jahren bei den Menschen der westlichen Welt sich das Realeinkommen zwar mehr als verdoppelt hat, aber kein wesentlicher Zuwachs an Glück oder Zufriedenheit zu verzeichnen ist.

In der Vergangenheit gingen die meisten Ökonomen von folgendem Grundsatz aus: »Menschen maximieren ihren Nutzen«. Dieser Nutzen ist i. d. R. umso größer, je höher das Einkommen ist. Mit anderen Worten: In der westlichen Welt werden das Glück und die Zufriedenheit einer Gesellschaft mit ihrer Kaufkraft gleichgesetzt.

Dass diese Rechnung nicht aufgeht und materieller Wohlstand alleine keine Grundlage für die Berechnung von Glück oder Zufriedenheit sein kann, hat sich inzwischen auch bei den Wirtschaftsexperten herumgesprochen, und immer mehr Ökonomen suchen nach den Gründen. Bei dieser Suche helfen vor allem die jüngeren wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Geld wirkt auf unser Gehirn wie eine Droge

Was geschieht eigentlich in den Gehirnen der Menschen, wenn sie Geld bekommen oder Geld ausgeben?

Für die Antworten auf diese Frage interessieren sich nicht nur Ökonomen, sondern auch Psychologen und Neurologen.

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Fest steht auf jeden Fall: Die Vorstellung vom Homo oeconomicus, der seine Entscheidungen nach Kosten und Nutzen rational abwägt, ist überholt. Kommt erst einmal der schnöde Mammon ins Spiel, ist es vorbei mit Vernunft und Logik. Die für das rationale Denken zuständigen Areale wie z. B. der präfrontale Cortex treten in den Hintergrund, und Areale, die für unsere Emotionen und unsere Triebsteuerung zuständig sind, übernehmen das Ruder.

Die Angst vor Verlusten

Die Gier nach Geld und anderen materiellen Zielen lässt sich aber auch noch durch ein anderes Phänomen begründen – nämlich durch die Angst vor Verlust. Der Wirtschaftswissenschaftler Terrance Odean von der University of California in Berkeley konnte belegen, dass viele Menschen das Vermeiden von Verlust oft mehr motiviert als die Aussicht auf mögliche Gewinne. Hierzu studierte er die Handelsaufzeichnungen eines großen Brokerhauses von 1987 bis 1993 und kam zu dem überraschenden Ergebnis, dass private Anleger gewinnbringende Wertpapiere eher bereit sind zu verkaufen als Wertpapiere mit Verlustaussichten.

Dieses zunächst irrational wirkende Verhalten lässt sich heute mit modernen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen erklären.

Sind Glück und Zufriedenheit eine Frage der Umstände?

Ein ganz anderer Aspekt, warum viele Menschen keine Zufriedenheit oder kein Glück finden, ist, dass sie die Umstände für ihre Unzufriedenheit oder ihr persönliches Unglück verantwortlich machen.

Das Gefühl der Zufriedenheit ist in erster Linie ein Gefühl der subjektiven Betrachtung. Das bedeutet, dass es auf den Blickwinkel ankommt, ob wir uns zufrieden oder unzufrieden fühlen.

Auf unser Gehirn wirken täglich unendlich viele Sinneseindrücke ein, wodurch wir uns ein Bild der Wirklichkeit schaffen. Diese Wirklichkeit ist aber immer eine subjektive Wirklichkeit, weil unser Gehirn immer nur einen kleinen Teil der Sinneseindrücke, die auf uns wirken, verarbeitet.

Erschwerend kommt hinzu, dass dieser kleine Teil, den unser Gehirn verarbeitet, nicht zufällig ist. Was wir wahrnehmen, wird sehr stark von unserer Überzeugung, unseren bisherigen Erfahrungen, Einstellungen und Interessen beeinflusst. Darüber hinaus werden Reize, die starke Gefühle auslösen, schneller und intensiver verarbeitet als Informationen, an denen man nicht emotional beteiligt ist. Wer diesen Mechanismus ändern will, muss sein Gehirn überlisten, wenn er seine Einstellung ändern will.

Quelle Text & Bilder: AFNB – Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement


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3 Kommentare zu „Gehirnforschung: Zufriedenheit und Glück ist keine Frage des Geldes“

  1. Wir alle wollen glücklich sein. Obwohl es so schwer vorkommen mag, sind es eigentlich, so leichte, kleine Dinge, die wir nur durchführen müssen. Zu diesem Zweck haben Wissenschaftler eine unzählige Anzahl kleiner, bewusster Schritte identifiziert, die eine Person ergreifen kann, die Stimmung mit minimalem Aufwand zu steigern. 5 Wege für Zufriedenheit im Alltag!
    https://www.ganzwunderbar.com/zufriedenheit-im-alltag/

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