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Mit­ar­bei­ter­ent­wick­lung: Sind Persön­lich­keits­mo­delle geeig­net? — 4 Kommentare

  1. Hallo Herr Ghaf­fari,

    eine inter­es­sante Arti­kel-Reihe! Ich finde aber nicht, dass man so pau­schal von „den Per­sön­lich­keits­mo­del­len“ spre­chen kann.

    Sie haben natür­lich Recht, dass Modelle, die Ver­hal­ten eher beschrei­ben, statt es zu erklä­ren, nicht so toll sind. Es gibt aber einige Modelle, die sich mit Tem­pe­ra­men­ten beschäf­ti­gen, also einer lang­fris­tig kon­stan­ten Nei­gung zu bestimm­ten Denk- und Ver­hal­tens­wei­sen. Diese kön­nen dann auch die Frage nach dem „warum“ beant­wor­ten.

    Inso­fern finde ich schon, dass einige Modelle ganz gute Ansätze zur EIGENEN Wei­ter­ent­wick­lung lie­fern kön­nen. Vor allem als ich Teil 2 gele­sen habe, kam mir fol­gende Über­le­gung: wie wäre es Ihnen wohl ergan­gen, wenn Ihnen das Unter­neh­men Per­sön­lich­keits­test und Gespräch mit einem zer­ti­fi­zier­ten Coach ermög­licht hätte, OHNE, dass diese Ergeb­nisse anschlie­ßend der Per­so­nal­ab­tei­lung oder dem Chef zuge­führt wer­den?

    Bei so einem Set­ting kann man zu 100% ehr­lich ant­wor­ten und dann hät­ten Sie viel­leicht schon viel frü­her Ihre Nei­gung, jede Her­aus­for­de­rung anzu­neh­men, erkannt und Hin­weise zum Umgang damit erhal­ten. Könnte doch sein, oder?

    Außer­dem kön­nen Mit­ar­bei­ter, die in der Anwen­dung eines Per­sön­lich­keits­mo­dells so geschult wer­den, dass Sie damit Kun­den, Kol­le­gen und/​oder Mit­ar­bei­ter bes­ser ver­ste­hen kön­nen, sogar eine direkte per­sön­li­che Wei­ter­ent­wick­lung im Bereich der emo­tio­na­len Intel­li­genz erfah­ren, den­ken Sie nicht?

    Viele Grüße

    Carlo Dül­lings

    • Hallo Herr Dül­lings und vie­len Dank für Ihren guten Bei­trag. Zu Ihrer ers­ten Anmer­kung: Es ist wohl lei­der unter­ge­gan­gen, dass ich – wie Sie – nicht von „den Model­len“ spre­che, son­dern zunächst zwi­schen phä­no­me­no­lo­gi­schen und ande­ren dif­fe­ren­ziere. Sogar die erst­ge­nann­ten Modelle sind teil­weise dafür geeig­net, damit ein Coach als gemein­same Spra­che in die The­ma­tik des Kli­en­ten ein­steigt oder man den Mit­ar­bei­ter für „Fak­tor Mensch“ im All­ge­mei­nen sen­si­bi­li­siert.

      […] OHNE, dass diese Ergeb­nisse anschlie­ßend der Per­so­nal­ab­tei­lung oder dem Chef zuge­führt wer­den? […]

      Ein span­nen­des Thema, das Sie anspre­chen. Ich kann hier nur über meine eigene Arbeits­weise mit Fir­men­kun­den und ihren Füh­rungs­kräf­ten spre­chen: Für mich ver­läuft die ent­schei­dende Grenze nicht an den Punk­ten, die Sie auf­füh­ren, son­dern hier:

      Einer der wich­tigs­ten Fra­gen, die ich bei einer Auf­trags­klä­rung mit Fir­men­kun­den kläre, ist, ob es sich um ein vom Arbeit­ge­ber bezahl­tes „Pri­vate Coa­ching“ oder um ein „Busi­ness Coa­ching“ han­delt.

      Der erst­ge­nannte Fall ist eher sel­ten und ist letzt­lich ein Incen­tive des Arbeit­ge­bers. Ähn­lich wie Bonus­zah­lung, Fir­men­wa­gen, Reise- oder Ein­kaufs­gut­schein. Es hilft, wenn man die Aus­ga­ben gedank­lich dem Topf „Per­so­nal­kos­ten“ zuord­net. In die­sem Fall würde ich nicht nur das Thema behan­deln, das nur der Kli­ent mir vor­gibt, ich hätte auch kein Pro­blem damit, dass wir im Zuge des Coa­chings zu einem neuen Thema über­ge­hen, soll­ten wir dar­auf sto­ßen und als drin­gend betrach­ten.

      Der letzt­ge­nannte Fall hin­ge­gen gehört aus Fir­men­sicht gedank­lich eher in die Aus­ga­ben­ka­te­go­rie „Bera­tungs­kos­ten“ und ist der gän­gige Fall. Man kann hier davon aus­ge­hen, dass ein kon­kre­ter betrieb­li­cher Anlass den Coa­ching-Bedarf aus­ge­löst hat. Unab­hän­gig davon, ob der Kli­ent selbst oder der Arbeit­ge­ber den Coa­ching-Bedarf erkannt hat. Sei es, um einer aktu­el­len Schwie­rig­keit bei­zu­kom­men, oder eine anste­hende künf­tige Her­aus­for­de­rung bes­ser zu meis­tern. Auch wenn der Arbeit­ge­ber vage blei­ben möchte, mei­ner Erfah­rung nach gibt es immer eine Erwar­tungs­hal­tung, was er sich von die­sem Coa­ching erhofft. Unab­hän­gig davon, ob ihm das Ergeb­nis des Coa­chings offi­zi­ell zuge­führt wird oder nicht! Einen Busi­ness Coa­ching-Auf­trag nehme ich daher nur dann an, wenn wir uns in die­sem Drei­ecks­ver­hält­nis einig sind, was das Thema ist! Dann bleibe ich als Coach bei die­sem Thema. Sollte sich ein neues Thema auf­tun, bedarf es einer erneu­ten Auf­trags­klä­rung für das neue Thema!

      Lange Rede, kur­zer Sinn, im geschil­der­ten Fall hät­ten weder ich noch mein Chef diese Pro­ble­ma­tik als ein mög­li­ches Thema auf dem Radar­schirm gehabt, denn es gab kei­nen beruf­li­chen Anlass! Das Thema wäre – wenn über­haupt – im Wege eines Pri­vate Coa­ching ans Tages­licht gekom­men.

      Zu Ihrem letz­ten Punkt eine Anmer­kung: die oben geschil­derte Pro­ble­ma­tik gilt genauso, wenn ein inter­ner Coach tätig ist!

      Son­nige Grüße

    • »..wie wäre es Ihnen wohl ergan­gen, wenn Ihnen das Unter­nehmen Persön­lich­keits­test und Gespräch mit einem zerti­fi­zierten Coach ermög­licht hätte, OHNE, dass diese Ergeb­nisse anschlie­ßend der Perso­nal­ab­tei­lung oder dem Chef zuge­führt wer­den? …«

      Mir wurde damals des öfte­ren vom Inha­ber eines Unter­neh­mens in der ich als Fremd-GF tätig war sol­che Coa­chings ange­bo­ten.
      Auch wenn mir stets ver­si­chert wurde, dass der Coach sach­kun­dig und die Gesprä­che ver­trau­lich sind, habe ich von die­sen Ange­bo­ten kei­nen Gebrauch gemacht.

      Ich sah damals kei­nen Bedarf in einem Coa­ching, dar­über hin­aus sofern ich einen Bedarf doch noch ver­spürt hätte, wäre ich sicher­lich in der Lage gewe­sen auch unab­hän­gig vom Arbeit­ge­ber oder sei­ner Finan­zie­rung aus eige­ner Initia­tive und auf eige­ner Rech­nung einen Coach mei­nes Ver­trau­ens zu fin­den.

      Ein Coa­ching gehört für mich zu den pri­va­ten Berei­chen mei­nes Lebens genauso wie eine Unter­su­chung bei mei­nem Uro­lo­gen.

  2. Pingback: Eignen sich Persönlichkeitsmodelle für Mitarbeiterentwicklung?

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