Kommentare

Per­so­nal­ent­wick­lung: Frauen und Kar­riere — 10 Kommentare

    • Ihr Bei­spiel »Sport« über­tra­gen auf mei­nen Punkt, auf den ich in die­sem Bei­trag hin­wei­sen möchte:

      Wenn Sie einen Kan­di­da­ten für einen Mara­thon­lauf stel­len wol­len, und Sie haben die Wahl zwi­schen einer drah­tig-sport­li­chen Frau und einem über­ge­wich­ti­gen Mann, ent­schei­den Sie sich aus grund­sätz­li­chen Erwä­gun­gen für das »starke Geschlecht«, oder fällt Ihre Ent­schei­dung fall­weise und indi­vi­du­ell aus?

  1. Wenn man von dem Kan­di­da­ten eines inter­na­tio­na­len Mara­thon­lau­fes eine Medal­lie erwar­tet, würde man weder mit der drah­ti­gen Frau noch mit dem über­ge­wich­ti­gen Mann die­ses Ziel errei­chen kön­nen.

    Eine Frau­en­quote würde auch die Kan­di­da­tin kaum zur einer Medal­lie ver­hel­fen.

    • Den Hin­weis »inter­na­tio­nal« habe ich lei­der nicht ver­stan­den! Wie dem auch sei, in mei­nem Bei­spiel gab es nur die Wahl zwi­schen die­sen bei­den! Es ist irrele­vant was man statt­des­sen lie­ber gehabt hätte, denn Per­so­nal­the­men in Unter­neh­men sind keine Wünsch-dir-was-Kon­zerte! Man kann nur auf die (Qua­li­tät der) Mit­ar­bei­ter zurück­grei­fen, die man hat. Man kann nur auf die (Qua­li­tät der) Bewer­ber zurück­grei­fen, die sich bewer­ben. Wenn man um einen Auf­trag kämpft und der Wett­be­wer­ber hat den bes­se­ren Pro­dukt­ent­wick­ler, Kun­den­be­treuer,… , dann gewinnt man halt diese »Medaille« nicht. So ist das Leben.

      Von Frau­en­quote war bis­lang nir­gends die Rede. Das ist ein span­nen­des Thema für sich. Wie ste­hen Sie dazu? Eine Begrün­dung dabei wäre klasse.

  2. Eine Quote ist ein Ein­griff des Staa­tes in die Frei­heit eines Unter­neh­mers, seine Firma von den Men­schen füh­ren zu las­sen, die er am kom­pe­ten­tes­ten und am ver­trau­ens­volls­ten hält. Sein Eigen­tums­recht wird durch eine Frau­en­quote beschnit­ten.

    Hinzu kommt noch, dass laut Eli­te­for­scher wie Herr Michael Hart­mann sind weder das Geschlecht noch die Eli­te­schu­len, Früh­för­de­rung, Knigge-Kurse etc. für den Auf­stieg an die Spitze maß­geb­lich ent­schei­dend, son­dern in ers­ter Linie die soziale Her­kunft, in der die Per­son gebo­ren wurde.

    Ich bin zwar kein Befür­wor­ter die­ser Selek­tion aber wie bereits erwähnt ist diese Ent­schei­dung dem Unter­neh­mer zu über­las­sen.

    • Ich ver­folge die Debatte sehr inter­es­siert, habe aber selbst keine feste Mei­nung dazu. Ich kann die Argu­mente für und wider Quote nach­voll­zie­hen. Stand heute stellt sich die Sache für mich wie folgt dar:

      In der idea­len Welt – da haben Sie recht – küm­mern sich die Unter­neh­men selbst um sol­che Ange­le­gen­hei­ten. Die ame­ri­ka­ni­sche Pri­vate-equity Firma „KKR“ macht der­zeit von sich reden, weil Neu-Eltern die Rei­se­kos­ten erstat­tet bekom­men, um die Kin­der und die Kin­der­mäd­chen auf ihre Geschäfts­rei­sen mit­zu­neh­men. Die Mana­ger, die das ent­schie­den haben, machen das höchst wahr­schein­lich nicht aus Her­zens­güte, son­dern weil sie keine andere Wahl sahen, um gut-qua­li­fi­zierte Men­schen zu behalten/​bekommen.

      Aber sol­che inno­va­ti­ven Lösun­gen sind bekannt­lich nicht die Regel, son­dern die Aus­nahme. Das reale Bild ent­neh­men Sie u. a. der Sta­tis­tik am Ende mei­nes Bei­tra­ges. Müt­ter, die zurück zum Job wol­len, haben es ver­dammt schwer. Auf Allein­er­zie­hende reagie­ren Arbeit­ge­ber so wie Super­man auf Kryp­to­nit. Und wenn sie Jobs bekom­men, dann i. d. R. keine top­be­zahl­ten. Und Kar­rieream­bi­tio­nen kön­nen sie sich eben­falls abschmin­ken. Die neuen Unter­halts­re­geln im Falle einer Schei­dung tru­gen ihr Übri­ges dazu bei. Die Hoch­rech­nun­gen, was das Thema Alters­ar­mut der Frauen betrifft, sind wahr­lich nicht lus­tig.

      In die­sem Aus­maß ist es kein unter­neh­me­ri­sches Pro­blem mehr, son­dern ein gesell­schaft­li­ches Pro­blem, wofür m. E. die Poli­tik sehr wohl ver­ant­wort­lich ist.

      Die Frage ist: Wo setzt man an? Stei­gert man das Ange­bot an qua­li­fi­zier­ten Frauen, indem man z. B. durch neue Kitas die Kin­der­be­treu­ung erleich­tert? Oder …

      Oder stei­gert man die Nach­frage, indem man z. B. die Arbeit­ge­ber dazu zwingt, mehr Frauen ein­zu­stel­len? Oder …

      Das ist eine klas­si­sche Ent­schei­dung unter Unsi­cher­heit mit vie­len Varia­blen. Jede Lösung wird Vor­teile haben und Nach­teile. Bei jeder Lösung gilt: Aus­gang unge­wiss.

      Mich per­sön­lich nervt daher das dog­ma­ti­sche Getue von „Exper­ten“. Wenn sie so tun, als ob sie die Lösung hät­ten: »Meine Lösung hat nur Vor­teile, Ihre Lösung nur Nach­teile.« Es fehlt nur noch das Argu­ment: »Ler­nen Sie end­lich aus der Ver­gan­gen­heit: Als die Dino­sau­rier Ihre Lösung ein­ge­führt haben, da wur­den sie aus­ge­rot­tet. Wol­len wir das?« :)

      Ich hätte das so gehand­habt wie jede andere Ent­schei­dung unter Unsi­cher­heit. Man legt sich nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen b. a. w. fest, pro­biert die Lösung eine ange­mes­sene Zeit lang aus, beob­ach­tet, ob das raus­kommt, was man sich erhofft hatte und wenn nicht, ver­sucht man was ande­res.

  3. Stel­len Sie sich vor ein deut­sches Unter­neh­men würde das Bei­spiel der KKR aus USA fol­gen indem es Kos­ten für das Mit­rei­sen von Kin­dern und Nan­nys bei Geschäfts­rei­sen über­nimmt.

    Was sich zunächst gut anhört, ent­puppt sich spä­tes­tens bei der nächs­ten Steu­er­prü­fung des Finanz­am­tes zum reins­ten Disa­tser für das Unter­neh­men und für die Mit­ar­bei­ter. Danach fol­gen auch noch die Sozi­al­ver­si­che­rer und die Berufs­ge­nos­sen­schaft die ihren Anteil an dem bis dato nicht ver­steu­er­ten Ein­nah­men oder der geld­wer­ter Vor­teil der Mit­ar­bei­ter for­dern. Was viel­leicht gut gemeint war und noch als inno­va­tiv gefei­ert wird kann zu einem finan­zi­el­len Alb­traum für alle Betei­ligte wer­den.

    Abge­se­hen davon, schei­nen man­che Füh­rungs­kräfte eher durch fir­men­fi­nan­zierte Besu­che und Fei­ern in ein­schlä­gi­gen Eta­blis­se­ments zu moti­vie­ren oder zu hal­ten sein, wenn man die Skan­dale der letz­ten Jahre Revue pas­sie­ren läßt?

    Sicher­lich müs­sen Unter­neh­men etwas machen um die Zei­ten des Fach­kräf­te­man­gels in eini­gen Bran­chen zu über­ste­hen, aber das Lösen der gesell­schaft­li­chen Pro­bleme ist nicht ihre Sache.

    • Ich hatte in mei­nem Bei­trag geschrie­ben, dass man aus der Meta­per­spek­tive Mus­ter erken­nen kann, wie das gesell­schaft­li­che Mit­ein­an­der orga­ni­siert ist und dass man z. B. in Deutsch­land auf­fäl­lig ich-zen­triert ist und das Kri­ti­sie­ren der Hand­lun­gen ande­rer favo­ri­siert.

      Man­che Mus­ter sind uns so in Fleisch und Blut über­ge­gan­gen, dass wir es meis­tens nicht mal mehr mer­ken. Glück­li­cher­weise haben wir ja unsere Ehe­part­ner, die uns daran erin­nern. :) Mei­ner Erfah­rung nach ist es in der Tat erschre­ckend häu­fig so, dass wenn man ein Bei­spiel bringt, was andere posi­tiv bewirkt haben, die typi­sche reflex­ar­tige erste Reak­tion dar­auf ist, erklärt zu bekom­men, warum das Bei­spiel nicht über­trag­bar ist. Anstatt sich einen posi­ti­ven Impuls aus dem Bei­spiel zu holen und es selbst über­trag­bar zu machen.

      Und apro­pos „ich-zen­triert“, jeder – Pri­vat­per­son und juris­ti­sche Per­son – ist doch Teil die­ser Gesell­schaft. Daher ist jeder ver­ant­wort­lich für die gesell­schaft­li­chen The­men. Die Stär­ke­ren mehr als die Schwä­che­ren. Aber auch hier ist das Mus­ter erkenn­bar: »Andere sol­len sich drum küm­mern, die dafür zustän­dig sind, denn ich bin es garan­tiert nicht«. Und das könnte man auch durch­aus so orga­ni­sie­ren, wenn es da nicht den nicht aus­ge­spro­che­nen Neben­satz gäbe, der lau­tet: »… und Haupt­sa­che ich bin per­sön­lich nicht von den Maß­nah­men betrof­fen«. Sprich: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Und das ist ver­mut­lich das eigent­li­che Thema hin­ter der aktu­el­len Quo­ten-Dis­kus­sion.

  4. »…wenn man ein Bei­spiel bringt, was andere posi­tiv bewirkt haben, die typi­sche reflex­artige erste Reak­tion dar­auf ist, erklärt zu bekom­men,…«

    Der ent­schei­dende Unter­schied zwi­schen unse­ren Mei­nun­gen ist, dass Sie die­ses Bei­spiel KKR als posi­tiv und ich als nega­tiv ansehe.

    Auf einer Dienst­reise möchte ich weder Frau, Kin­der, Nanny, Hund oder Katze:) dabei haben um mich nur auf das Thema kon­zen­trie­ren zu kön­nen, für das ich diese Reise unter­nahm, ganz gleich wer wel­chen Anteil der Kos­ten für die Mit­rei­sende trägt.

    • Ich per­sön­lich sehe es genauso wie Sie. Da gibt es kei­nen Mei­nungs­un­ter­schied. Ich bin aber auch nicht die Ziel­gruppe! Und Sie ver­mut­lich auch nicht.

      Bei Ent­schei­dun­gen zu Mit­ar­bei­ter­the­men in einem Unter­neh­men geht es ja nicht um die per­sön­li­che Sicht­weise des Ent­schei­ders der Maß­nahme! Die Lösung muss weder dem Ent­schei­der per­sön­lich gefal­len, noch ist not­wen­dig, dass er/​sie per­sön­lich einen sol­chen Bedarf hat. Es geht aus­schließ­lich um die Sicht­weise der poten­zi­el­len Nutz­nie­ßer der Ent­schei­dung, die man damit errei­chen möchte. Wenn man deren Bedarf trifft, dann freuen sie sich und wer­den das Ange­bot gerne anneh­men. Und wenn nicht, dann eben nicht. Manch Allein­er­zie­hende oder Dop­pel­ver­die­ner, die ich kenne, wür­den sich sehr dar­über freuen, wenn ihnen situa­tiv diese Lösung zur Ver­fü­gung stünde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

EnglishGerman