Folgen des falschen Umgangs mit Komplexität: Simplifizierung & Aktionismus im Makro-Mgmt treffen auf Detail-Verzettelung und Silo-Denken im Mikromanagement.
Folgen des falschen Umgangs mit Komplexität: Simplifizierung & Aktionismus im Makro-Mgmt treffen auf Detail-Verzettelung und Silo-Denken im Mikromanagement.

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Komplexität erfolgreich managen – Teil 1: der “Faktor Mensch”

4 Min.

Die sichtbaren Folgen eines falschen Umgangs mit Komplexität und mit Faktor Mensch: Simplifizierung und Aktionismus im Makromanagement treffen auf Detailverzettelung und Silodenken im Mikromanagement.

Ihr Unternehmen ist im Laufe der Jahre ordentlich gewachsen und ist auf dem besten Wege in die Kategorie der mittleren Unternehmen.

Ich habe für Sie einen Blick in die Glaskugel geworfen und kann Ihnen daher mit hoher Wahrscheinlichkeit voraussagen, wie Ihr weiterer Weg auf dem Weg zum künftigen Dax-Konzern aussehen wird. Eine Auswahl:

  • Sie in Geschäftsführung und Ihre leitenden Angestellten werden immer mehr Zeit in Sitzungen verbringen, Entscheidungen treffen, Projekte beschließen und Anweisungen erteilen, deren Umsetzung nach und nach im Sande verläuft. Oder sie werden erst gar nicht umgesetzt.
  • In Ihrem Unternehmen werden immer akribischer und detaillierter Kennzahlen berechnet werden, die für niemanden im Unternehmen einen operativen Mehrwert bringen werden.
  • Ihre Führungsmannschaft wird Jahr für Jahr die gleichen zeitaufwendigen Rituale abhalten, um die nächste Periode zu planen und Ihre Verantwortungsträger werden Jahr für Jahr besser darin, logisch nachvollziehbar zu erklären, warum die Ist-Zahlen wieder einmal von den Planzahlen abgewichen sind.

Der Grund für diese vorhersehbare Entwicklung ist der irrationale Umgang mit Komplexität und mit Faktor Mensch.

Wir Menschen sind komplexe Wesen und umgeben von einer komplexen Natur. Vermutlich sehnen wir uns deswegen nach Einfachheit. Wir möchten gerne glauben, dass es einfache Lösungen für komplexe Themen gibt. Leider tut uns die Realität diesen Gefallen nicht und bleibt hartnäckig komplex-kausal. Damit wir dennoch das Gefühl der Kontrolle behalten, verengen wir immer weiter unseren Blickwinkel und werden immer spezialisierter.

Die Folgen für Ihr Unternehmen: Simplifizierung und Aktionismus im Makromanagement treffen auf Detailverzettelung und Silodenken im Mikromanagement.

Simplifizierung 1 im Umgang mit Komplexität: Faktor Mensch wird außer Acht gelassen

Wir haben es nicht geschafft, dass unsere Eltern immer so funktionieren wie wir es gerne hatten. Wir schaffen es nicht, dass unsere Kinder immer das machen, was wir wollen.

Wir schaffen es noch nicht einmal, dass unsere Freunde, die handverlesen und uns genehm sind, immer so funktionieren wie wir es wollen.

Wie konnte sich also die These etablieren, dass Ihre Kollegen und Mitarbeiter, die Ihnen womöglich noch nicht einmal persönlich wohlgesonnen sind oder Menschen, die ganz anders ticken als Sie selbst, sich so verhalten werden, wie Sie es gerne haben? Zumal sie Ihnen täglich das Gegenteil vor Augen führen: z. B. durch Projekte, die aufgrund der Blockadehaltung Ihrer Mitarbeiter scheitern.

Einer der fatalsten Simplifizierungen betrifft daher den Faktor Mensch und hat ihren Ursprung in dieser “BWL-Logik”:

»Ihre Manager managen durch IT, Richtlinien und Anweisungen die Prozesse und Ressourcen und Ihre Mitarbeiter lassen sich (folglich) durch IT, Richtlinien und Anweisungen als Ressource managen.«

Anstatt die These kritisch infrage zu stellen und einen neuen Ansatz zu verfolgen, machen wir immer mehr von dem was nicht funktioniert. Beispielsweise indem wir immer höhere Anforderungen an die leitenden Angestellten stellen: sei belastbar wie Superman, besitze die analytischen Fähigkeiten von Batman und habe deinen Mitarbeitern gegenüber die Ausstrahlung von Wonder Woman.

Alternative im Umgang mit Komplexität: Faktor Mensch aktiv berücksichtigen

Das grundsätzliche Problem ist und bleibt, dass Ihre betroffenen Mitarbeiter auf Veränderungsdruck von außen regelmäßig mit Widerstand reagieren werden. Ganz gleich wie sinnvoll und logisch die Lösung erscheint. Ganz gleich, ob die vorgegebene Lösung von einem externen Berater kommt oder von Ihnen in der Geschäftsführung.

Ich bevorzuge und empfehle Ihnen eine andere Herangehensweise. Diese sorgt dafür, dass

  • a) Ihre betroffenen Menschen sich selbst für die Erarbeitung der Lösung verantwortlich fühlen, dabei
  • b) die Anforderungen ihrer wichtigsten Schnittstellenpartner kennen und berücksichtigen, um die eigenen Tätigkeiten kritisch zu hinterfragen, damit
  • c) die Prozesse gemeinsam und zielorientiert optimiert werden können.

Damit schlagen Sie drei Fliegen mit einer Klappe:

  1. Ihre Mitarbeiter selbst sind die Architekten der Lösung und blockieren nicht die Umsetzung.
  2. Die Frage, durch welche Variable und wie genau in jedem Prozessschritt ein Wert entsteht, wird von denen beantwortet, die es am besten wissen:

Jeder Mitarbeiter tut dies selbst für seinen eigenen Arbeitsplatz.

  1. Da jeder nur die Optimierung seiner direkten Schnittstellen im Blick hat, entstehen keine starren Strukturen und Ihr Unternehmen kann leichter und schneller auf äußere Reize reagieren.

Kurz: Ihre operativen Mitarbeiter selbst organisieren und managen die internen Prozesse. Sie werden dabei unterstützt durch andere: Manager und Führungskräfte, IT, Finanzen, Controlling, …

Ein positiver Nebeneffekt: Sie können nach und nach Planung durch Prognose ersetzen. Fallen Mitarbeiter aus, können Sie die Prozessauswirkungen ausrechnen. Möchten Sie eine Expansionsstrategie verfolgen, wissen Sie, in welchen Variablen Sie wie viel investieren müssen.

Simplifizierung 2: das Denken in Schablonen und Perioden.

Davon handelt der ⇒ zweite Teil.

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Um Ihre Prozesse & den menschlichen Faktor zu beherrschen und Ihre Profitabilität nachhaltig zu steigern, benötigen Sie ein gutes Gefühl dafür, wie einzelne Themen miteinander verbunden sind. Im Beitrag “Menschen, nicht Software, optimieren Prozesse!” habe ich daher für Sie visualisiert, wie Themen meiner bisherigen Fachbeiträge und Publikationen miteinander verbunden sind. Werfen Sie bitte einen Blick rein!

Kommentare

3 Kommentare zu „Komplexität erfolgreich managen – Teil 1: der “Faktor Mensch”“

  1. Pingback: Rentabilität ist riskant & faktor-menschlich | Fachblog: Kourosh Ghaffari

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