Wann ist Home Office für Ihre Mitarbeiter sinnvoll?

In diesem Beitrag möchte ich auf zwei Voraus­set­zungen eingehen, die für eine erfolg­reiche Home Office Lösung in Unter­nehmen sorgen.

Auf Umweg hat mich der Blog­parade-Aufruf von Claudia Kauscheder zum Thema Home Office erreicht. Ein inter­es­santes Thema, wozu ich gerne beitragen möchte. 

Über die Vor- und Nach­teile von Home-Office-Lösungen gibt es viele Meinungen. Wie Ihr Arbeit­nehmer mit dem Alleinsein zurecht kommen und die Arbeit mit Kollegen orga­ni­sieren und koor­di­nieren kann, werden sie wohl bald aufgrund der Blog­parade zu lesen bekommen. 

In diesem Beitrag möchte ich daher auf zwei Aspekte eingehen, die m. E. bei der Einführung dieser Lösung in Unter­nehmen zu kurz kommen: 

1) Denken Sie vernetzt

Home-Office-Lösungen werden in der Regel zwischen einem Mitar­beiter und seinem Vorge­setzten be-/ausgehandelt. Je nach Betrieb sind HR und Betriebsrat eben­falls invol­viert. Was bei dieser Vorge­hens­weise über­sehen wird: 

Ein Unter­nehmen besteht nicht aus herme­tisch abge­rie­gelten Einheiten, sondern aus abtei­lungs- und bereichs­über­grei­fenden Prozessen. Was ein Mitar­beiter einer Abteilung produ­ziert, hat meist mehrere Abnehmer in anderen Abtei­lungen.

Weiß Ihr Mitar­beiter was andere von ihm erwarten (dürfen)? Wissen Sie es? Und geben alle im Unter­nehmen die gleiche Antwort? Denn eine reibungslose Zusam­men­arbeit in diesen Schnitt­stellen entscheidet darüber, ob Ihr Unter­nehmen produktiv arbeitet und profi­tabel ist oder nicht. 

Voraus­setzung 1: Bevor Sie einer Home-Office-Lösung zustimmen, möchte ich Ihnen daher dringend ans Herz legen, zuerst die Erwar­tungen anderer an die Position des Mitar­beiters einver­nehmlich zu klären. 

Falls Sie mehr wissen wollen zum Thema Erwar­tungen anderer versus Stel­len­be­schreibung, lesen Sie bitte hier: »Das Geheimnis eines erfolg­reichen Recruitings«.

2) Bestimmen Sie den Output

Übli­cher­weise schließt man Zeit­ver­träge mit fest­an­ge­stellten Mitar­beitern ab (40 Stun­den­woche) und keine Leis­tungs­ver­träge (Output X pro Monat). Ihre Bauch­schmerzen bei diesem Thema kommen mögli­cher­weise daher: 

Sie haben sicherlich kein Problem damit, Ihren Mitar­beitern die Flexi­bi­lität zu gönnen, die 40 Stunden im Einklang mit der Familie und den Hobbies auf die Woche zu verteilen. Aber Sie hätten zurecht ein Problem damit, wenn Ihr Mitar­beiter nur 20 Stunden/Woche arbeitet und für 40 bezahlt wird. 

Was Sie über­sehen, ist, dass Sie das Problem mögli­cher­weise bereits die ganze Zeit haben – auch ohne Home-Office – und es nicht merken. Denn viele Vorge­setzte unter­schätzen die Krea­ti­vität ihrer Mitar­beiter, wenn es darum geht, so zu tun als ob, um am Ende des Tages offi­ziell sogar Über­stunden auszu­weisen.

Voraus­setzung 2: Beant­worten Sie zuerst diese Frage: Durch welche Variablen und wie genau entsteht ein Wert in der Position eines Mitar­beiters? Ist diese Frage beant­wortet, kann Ihr Mitar­beiter getrost am Nordpol sitzen, denn Sie können den von ihm abge­lie­ferten Output veri­fi­zieren.

Wie findet man die Antwort? Bei meiner Arbeits­weise strebe ich an, dass die Frage von denen beant­wortet wird, die es am besten wissen können: Jeder Mitar­beiter tut dies selbst für seinen eigenen Arbeits­platz!

Falls Sie mehr wissen wollen zu meiner Sicht-/Arbeitsweise beim Thema Prozess­ma­nagement, lesen Sie bitte hier: »Genug geplant, jetzt wird sicher prognos­ti­ziert!«

 


Kommentare

Wann ist Home Office für Ihre Mitar­beiter sinnvoll? — 7 Kommentare

  1. Die Gestaltung eines Home-Offices ist ein Luxus­problem einer sehr kleinen Minderheit von Mitar­beitern und Unter­nehmen. Die meisten Jobs lassen sich nicht in einem Home-Office erle­digen und die meisten Branchen leiden nicht unter Fach­kräf­te­mangel und müßten solche Anreize anbieten. Auch viele Mitar­beiter würden ungern Zuhause arbeiten um einfach Beruf und Privat zu trennen oder keinen direkten Ansprech­partner zu haben.

    Nun für eine Minderheit ist so ein Arbeits­platz sicherlich inter­essant, sie sparen sich zumindest die Fahrtzeit zur Arbeits­stelle und können auch andere Tätig­keiten zwischen­durch nach­gehen.

    Für den Arbeit­geber besteht hier nicht nur das Problem einer Kontrolle des Mitar­beiter-Outputs, denn dieser ist sicherlich meßbar. Das Problem besteht eher darin, dass wenn nicht genügend Input für den Mitar­beiter vorhanden ist, er den Mitar­beiter nicht kurz­fristig mit anderen Aufgaben betrauen kann. Genauso wird es schwie­riger sein den Home-Office Mitar­beiter z.B. für einen erkrankten Kollegen oder eine drin­gende unvor­her­sehbare Sonder­aufgabe einzu­setzen, wenn diese Aufgabe nicht am PC erledigt werden kann.

    • Sie sprechen wichtige und richtige Punkte an. Auch für einen Arbeit­geber ohne Fach­kräf­te­mangel gibt es rationale Erwä­gungen, warum manche die Lösung einführen. Siehe Artikel auf zeit.de

      Auch ist es nicht so, dass Mitar­beiter sofort Juhuu schreien, wenn sie die Wahl haben. Siehe Artikel auf welt.de.

      Vor meiner 100% Selbst­stän­digkeit hatte ich einen Arbeit­geber, der die Möglichkeit ange­boten hat und ich sie rege in Anspruch genommen habe. Der Haupt­grund hingegen war, dass der Arbeit­geber mir erlaubte, meine Unter­neh­mens­be­ra­tungs-Tätigkeit neben­be­ruflich ausüben zu können. Ein Luxus, den man sehr selten als Arbeit­nehmer hat. Durch home office konnte ich diese beiden Welten gut verein­baren.

      Seit meiner Selbst­stän­digkeit arbeite ich in home office. Theo­re­tisch zumindest, denn unser­einer ist i. d. R. eh nur »on the road«. Kosten hin, Kosten her, ich ziehe dennoch in Erwägung, offi­ziell ein Büro zu mieten, weil es mir so leichter fällt, im Kopf den Hebel »Feier­abend« umzu­legen!

  2. Sicherlich kann man die Möglichkeit eines Home-Offices in Ihrem Fall als ein Glücksfall bezeichnen, zumal Sie auch die dazu notwen­digen Räum­lich­keiten sicherlich zur Verfügung hatten.
    Kaum ein normal­sterb­licher Arbeit­nehmer in einem Ballungs­zentrum wird heute bei den derzei­tigen Mieten und Neben­kosten einen zusätz­lichen Reser­veraum anmieten um evtl. in der Zukunft von einer solchen Lösung profi­tieren zu können. Wenn aber dann so eine Lösung ange­boten wird, scheitert die Umsetzung nicht zuletzt an den nicht vorhan­denen Räum­lich­keiten.
    Ich kann Sie verstehen wenn Sie nun wieder das Private und Beruf­liche räumlich trennen wollen.

  3. Das waren jetzt mal 2 ganz entschei­dende Fragen, die ich so bisher noch nicht gelesen habe und an die ich garnicht gedacht habe. Vor allem wie die Zusam­men­arbeit mit anderen Mitar­beiter aus anderen Abtei­lungen ablaufen könnte, damit alles reibungslos läuft.

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