Kommentare

Bera­ter, Trai­ner, Coach: Wer kann bei mei­nem Pro­blem wei­ter­hel­fen? — 6 Kommentare

  1. Auch mit die­ser Beschrei­bung wird es für den Kun­den nicht ein­fa­cher den rich­ti­gen »Mann« zu fin­den, auch wenn die erwähn­ten Ein­tei­lun­gen und Kate­go­rien plau­si­bel sind.
    Das Pro­blem dürfte sein, dass der Coach, Bera­ter oder Trai­ner sich ver­mut­lich selbst nicht einer die­ser Kate­go­rien zuord­nen kann oder möchte und ohne sei­ner Mit­hilfe könnte der Kunde noch weni­ger seine Hal­tung erah­nen.
    Sogar auf expli­zi­ter Nach­frage dürfte der »Mann« eher auf sei­nem Guru oder die Seriö­si­tät sei­nes Zer­ti­fi­zie­res hin­wei­sen oder nur davon erzäh­len wol­len als sich zum Gegen­stand der Unter­su­chung machen zu las­sen. Für den Kun­den dürfte es in der Regel nichts weni­ger aus­sa­ge­fä­hi­ge­res geben als der Name eines Gurus oder irgend­ein Bio­sie­gel, wenn er zum ers­ten mal mit der Mate­rie in Berüh­rung kommt.
    Die­ser Arti­kel ist aller­dings für einen Kun­den inso­fern wich­tig, weil er fast die gesamte Band­breite zeigt. Aus­ge­nom­men aller­dings die Bera­ter die das Pro­blem des Kun­den aus­pen­deln wol­len, die hier gar nicht erwähnt wur­den.

    • Es freut mich, dass Sie die Ein­tei­lung als nütz­lich erach­ten. Wenn eine Firma zum ers­ten Mal vor die­ser Ent­schei­dung steht, dann ist es in der Tat ungleich schwie­ri­ger, den „rich­ti­gen“ Dienst­leis­ter aus­zu­su­chen. Alle ande­ren kön­nen zumin­dest deduk­tiv vor­ge­hen:

      »Obwohl seit gerau­mer Zeit Unter­neh­mens­be­ra­ter (mit einer Bera­ter­hal­tung) durchs Haus lau­fen, wei­gert sich unser Pro­blem den­noch hart­nä­ckig zu ver­schwin­den. Womög­lich soll­ten wir es mit einer ande­ren Hal­tung aus­pro­bie­ren.«

      »Die Kri­ti­ken der Work­shop-Teil­neh­mer fal­len immer wie­der ver­nich­tend aus, weil sie wohl die Trai­ner-Hal­tung der Dienst­leis­ter als nicht pas­send zum eigent­li­chen Pro­blem emp­fin­den. Mög­li­cher­weise ist das Timing des Ein­sat­zes falsch gewählt.«

      Apro­pos Gesamt­über­blick, mit dem Thema Pen­del kenne ich mich per­sön­lich nicht aus, aber den fol­gen­den all­ge­mei­nen Hin­weis kann ich geben: Zu den span­nends­ten Fra­gen in der Arbeit mit Men­schen gehö­ren die unbe­wuss­ten Vor­gänge, die letzt­lich einen gro­ßen Ein­fluss auf den Erfolg der ein­ge­lei­te­ten Maß­nah­men haben. Daher haben eine Viel­zahl von Tools zum Zweck, die unbe­wuss­ten Vor­gänge bewusst(er) zu machen.

      Die klas­si­sche Her­an­ge­hens­weise in der Arbeit mit Fir­men­kun­den ist der Ein­satz von Frage- und Gesprächs­tech­ni­ken. Aber auch Visua­li­sie­run­gen mit­tels Auf­stel­lun­gen wer­den immer sel­te­ner als außer­ir­di­sche Exo­ten wahr­ge­nom­men. Sie wer­den aber fest­stel­len, dass die Dienst­leis­ter in die­ser Frage sehr umtrie­big sind und flei­ßig The­ra­pie-Ver­fah­ren o.Ä. für die Arbeit mit Fir­men­kun­den adap­tie­ren. Sei es, dass sie Bio-Feed­back- oder Bio­re­so­nanz-Geräte oder auch Inter­ak­tio­nen mit Tie­ren ein­set­zen, oder oder.

      All diese Zugänge sind aber letzt­lich nur „Tools“, also die Frage nach dem Wie. Ich gehe davon aus, dass in die­ser Frage jeder Topf sei­nen Deckel fin­det. Die Frage nach dem Wofür, sprich die Hal­tung dahin­ter, ist jedoch unab­hän­gig vom Tool. Um bei Ihrem Bei­spiel zu blei­ben: Wenn der Dienst­leis­ter den Ein­satz des Pen­dels linear-kau­sal betrach­tet, dann steckt – nach obi­ger Ein­tei­lung – womög­lich eine Trai­ner-Hal­tung dahin­ter.

  2. Unter dem Wild­wuchs der Coa­ching­an­ge­bote kann man von: Life Coa­ching, Pen­deln, Kar­ten­le­gen und Nume­ro­lo­gie lesen.
    Es han­delt sich in sol­chen Fäl­len nicht um Ein­satz wel­cher Tools, son­dern um Dienst­leis­tun­gen die man frü­her Wahr­sa­ge­rei nannte.

  3. Es ist sicher eine span­nende Geschichte dahin­ter, warum Sie „Life Coa­ching“ in der­sel­ben Kate­go­rie wie „Wahr­sa­ge­rei“ sehen. Für viele Men­schen bedeu­tet der Begriff ledig­lich, dass der Kli­ent einen Dienst­leis­ter auf­sucht, um sich end­lich kon­se­quent, struk­tu­riert und lösungs­ori­en­tiert mit sich und sei­nem Leben aus­ein­an­der zu set­zen.

    Auch hier kann ich nur eine all­ge­meine Ant­wort geben. Dafür möchte ich drei auf­fäl­lige Eigen­schaf­ten von uns Men­schen her­aus­grei­fen und ein wenig über­spitzt dar­stel­len:

    1. Wir Men­schen sind durch und durch unlo­gisch und emo­tio­nal, hal­ten uns selbst jedoch für die Reinkar­na­tion von Ver­nunft und Logik und schüt­teln den Kopf mit Vor­liebe über die Unlo­gik ande­rer.

    2. Wir schei­nen einen sechs­ten Sinn dafür zu haben, Mus­ter und Kor­re­la­tio­nen um uns herum zu erken­nen.

    3. Wir haben einen unwi­der­steh­li­chen Drang dazu, aus Kor­re­la­tio­nen Kau­sa­li­tä­ten abzu­lei­ten.

    Kor­re­la­tion bedeu­tet, dass zwei Varia­ble sich ähn­lich ver­hal­ten. In der Tat gibt es z. B. die Kor­re­la­tion, dass die Anzahl der Storch­sich­tun­gen mit der Anzahl der Gebur­ten posi­tiv kor­re­lie­ren. Kau­sa­li­tät bedeu­tet, dass die eine die andere bedingt (»Stor­che brin­gen die Babies«).

    Mal stimmt die Ver­mu­tung, mal ist es eine ver­zerrte Wahr­neh­mung und mal liegt die wahre Kau­sa­li­tät in einer zunächst ver­bor­ge­nen drit­ten Varia­ble, die die beob­ach­tete Kor­re­la­tion erklärt. In dem Bei­spiel mit Stor­chen und Babies ist es m. W. die Länd­lich­keit der Region.

    Eine beob­ach­tete Kor­re­la­tion zu igno­rie­ren, nur weil man die Kau­sa­li­tät nicht „bewie­sen“ bekom­men hat, ist nicht unbe­dingt ver­nünf­tig. Sprich, man wäre gut bera­ten, keine 50/​50 Geld­wette anzu­neh­men, dass die Gebur­ten­ra­ten im länd­li­chen Raum nega­tiv mit Storch­sich­tun­gen kor­re­lie­ren! Apro­pos igno­rierte Kor­re­la­tio­nen: Firmenübernahmen/​ -Fusio­nen kor­re­lie­ren signi­fi­kant mit Wertver­nich­tung!

    Dies vor­aus­ge­schickt, auch die The­men, die Sie auf­ge­führt haben, beru­hen dar­auf, dass jemand eine Kor­re­la­tion vermutet/​ beob­ach­tet hat und für sich selbst dar­aus eine Kau­sa­li­tät abge­lei­tet hat. Des­we­gen machen wir Men­schen nun ein­mal aller­lei – aus rein ver­nünf­ti­ger Sicht betrach­tet – unlo­gi­sche Sachen wie auf Nume­ro­lo­gie zu ver­trauen, die Büros nach Feng-Shui-Grund­sät­zen aus­zu­stat­ten oder zu Gott zu beten. Auch wenn es sich »nur« um eine posi­tive Kor­re­la­tion mit „sich besser/​ siche­rer füh­len“ han­deln sollte, Was spricht dage­gen?

    Gele­gent­lich beschäf­tigt sich die Wis­sen­schaft ver­meint­lich objek­tiv mit den ver­meint­li­chen Kau­sa­li­tä­ten. Es liegt in der Natur der Sache, dass es min­des­tens einen Wis­sen­schaft­ler gibt, der glaubt sie bewei­sen zu kön­nen, wäh­rend es min­des­tens einen gibt, der glaubt, sie wider­legt zu haben. Die Per­son, die in der Ver­gan­gen­heit die Kau­sa­li­tät prak­ti­ziert hat, wird sich genauso bestä­tigt füh­len, wie die Per­son, die das alles schon immer für einen Hum­bug hielt.

    Was mich per­sön­lich angeht, bin ich als Kon­su­ment chro­nisch neu­gie­rig und ich lasse mich, sofern mir die Kos­ten und Neben­wir­kun­gen als ver­nach­läs­sig­bar erschei­nen, gele­gent­lich sogar auf exo­tisch anmu­tende Kau­sa­li­täts­aus­sa­gen ein.

    Als Anbie­ter trete ich hin­ge­gen kon­ser­va­tiv auf. Ich ver­su­che in mei­nem Ange­bots­schrei­ben die Kau­sa­li­tät, die ich vor Augen habe, so zu beschrei­ben, dass der Fir­men­kunde sie nach­voll­zie­hen kann. Ob er jedoch meine Sicht teilt bzw. sich dar­auf ein­lässt, bleibt natür­lich abzu­war­ten.

  4. Wenn Sie auf die Seite manch die­ser Anbei­ter nach­le­sen, sind mus­ter­hafte Fra­gen vor­for­mu­liert die dann durch den Pen­del beant­wor­tet wer­den könn­ten.
    Sie kön­nen bei­spiels­weise in der Sit­zung fra­gen: Ist der jet­zige Part­ner der Rich­tige für mich?
    Der Pen­del wird gek­riest und der »Coach« wird Ihnen erklä­ren, wenn der Pen­del sich rechts­herum dreht bedeu­tet es »ja«.
    Diese Dienst­leis­tung ist Wahr­sa­ge­rei und kein Coa­ching, ganz gleich wie sehr oder wie wenig Sie daran glau­ben (wol­len).
    Ich gebe Ihnen Recht, dass die Kunde sicher­lich an einem Zusam­men­hang zwi­schen dem Pen­del und sei­ner Frage glaubt, sonst würde er kaum diese Dienst­leis­tung in Anspruch neh­men. Die Neu­gier als Motiv habe ich außen vor­ge­las­sen.

    Womit ich aber nicht ein­ver­stan­den bin ist, dass diese Dienst­leis­tung als Coa­ching ange­bo­ten wird.

    Der Kli­ent hat hier zwar einen Dienst­leister auf­ge­sucht, aber hat er konse­quent, struk­tu­riert und lösungs­ori­en­tiert sich mit sei­nem Leben dadurch aus­ein­an­der gesetzt?
    Genau diese Aus­ein­an­der­set­zung fin­det hier nicht statt.

    • So wie Sie auch, was ich wirk­lich nicht gut­heiße, ist eine fal­sche Eti­ket­tie­rung und Irre­füh­rung des Kun­den. Das liegt aber hier m. E. nicht vor! Das wäre z. B. der Fall gewe­sen, wenn die Per­son auf der Web­site den Ein­druck erweckt hätte, dass sie eine „nor­male“ Coa­ching-Sit­zung anbie­ten möchte, aber in der Sit­zung plötz­lich die Kar­ten und den Pen­del her­aus­holt. Wenn ich Sie rich­tig ver­stan­den habe, legt sie ja auf der Web­site offen, wie sie arbei­tet und wel­che Kau­sa­li­tät sie vor Augen hat. Fal­sche Sen­ti­men­ta­li­tä­ten bei Seite, das ist abso­lut vor­bild­lich!

      Dass die Per­son das Wort Coa­ching ver­wen­det, kann man ihr nicht vor­wer­fen, weil Coa­ching kein geschütz­ter Begriff ist. Anders for­mu­liert: Wenn es mir oder ande­ren Dienst­leis­tern, die eine Coa­ching-Wei­ter­bil­dung absol­viert haben, nur darum ginge, uns „Coach“ zu nen­nen, dann wären wir schlicht däm­lich! Denn das würde bedeu­ten, dass wir Zeit und Geld ver­schwen­det hät­ten, um einen Titel zu erlan­gen, den wir uns selbst hät­ten ver­ge­ben kön­nen!

      Also geht es nicht pri­mär um den Titel, son­dern um die Fer­tig­kei­ten und Fähig­kei­ten, die wir erler­nen woll­ten und die uns kein Kar­ten­pend­ler strei­tig machen kann. Nicht zu ver­ges­sen, dass wir uns diese hät­ten auch anders aneig­nen kön­nen. Bei­spiels­weise über einen auf Coa­ching o. Ä. spe­zia­li­sier­ten – und geschütz­ten! – Mas­ter-Stu­di­en­gang (M. A.). Wir haben uns statt­des­sen nach Abwä­gung der Nut­zen-Auf­wand-Rela­tion für eine „Coaching“-Weiterbildung ent­schie­den. Für unsere Ent­schei­dun­gen kön­nen und soll­ten wir die Kar­ten­pend­ler die­ser Welt nicht ver­ant­wort­lich machen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

EnglishGerman