Was haben Unternehmen mit skalierbaren Produkten und Coaches, deren Geschäftsmodell „Zeit gegen Geld tauschen" ist, dennoch gemeinsam?
Was haben Unternehmen mit skalierbaren Produkten und Coaches, deren Geschäftsmodell „Zeit gegen Geld tauschen" ist, dennoch gemeinsam?

Übersichtsseite Fachbeiträge

Geschäftsmodell Zeit gegen Geld

10 Min.

Was haben Sie als Unternehmen mit skalierbaren Produkten mit Coaches sowie andere Dienstleister, deren primäres Geschäftsmodell es ist, “Zeit gegen Geld” zu tauschen, dennoch gemeinsam?

Zeit gegen Geld zu tauschen, hat wahrlich keinen guten Ruf. Viele Anbieter stehen somit mit ihrer Dienstleistung zur Verfügung, um Menschen aus dieser “Falle” zu befreien.

Zum Beispiel Berater, die Angestellten Ihres Unternehmens gegenüber argumentieren: “Du hast das Gefühl, ‘im Hamsterrad’ zu stecken, weil Du von morgens bis abends stupide Routineaufgaben erledigst? Dann hör auf, Deine wertvolle (Lebens-)Zeit gegen Geld zu tauschen. Entkomme endlich dieser Falle und mache Dich mit meiner Unterstützung selbstständig und stifte Wert mit dem, wofür Du wirklich brennst”.

Nachdem sie sich jedoch selbstständig gemacht haben, stehen andere Berater vor ihrer Tür, die sie beraten und begleiten wollen, die Zeit-gegen-Geld-Falle endlich hinter sich zu lassen: durch Automatisierung oder durch die Einführung von digitalen Produkten oder durch andere Möglichkeiten der Skalierbarkeit.

Das alles ist jedoch am eigentlichen Problem vorbei. Ein Problem, das Sie alle gemeinsam haben: Coaches, Handwerker, Software-Hersteller, Maschinenbauer etc. Das erlaube ich mir zu behaupten, weil ich seit 30 Jahren nicht nur Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen berate und begleite, sondern auch Selbstständige und Unternehmensgründer.

Seit der Corona-Problematik ist der Anteil von Selbstständigen, die Rat suchen, deutlich gestiegen. Da Coaches einen signifikanten Anteil davon ausmachen, werde ich einen Schwerpunkt auf diese Gruppe legen und diese Thesen in diesem Beitrag thematisieren und begründen:

  • Nur weil Sie von morgens bis abends Routineaufgaben erledigen, fühlen Sie sich nicht deswegen zwangsläufig “wie in einem Hamsterrad”. Auch als ein Anbieter mit skalierbaren Produkten können Sie sich fühlen “wie in einem Hamsterrad”.
  • Es gibt Tätigkeiten, die einen Sinn stiften, aber Ihnen keinen Spaß machen. Und es gibt Tätigkeiten, die Sie gerne machen, aber diese bei genauerer Betrachtung die Profitabilität vernichten.
    • Automatisieren und skalieren Sie das Letztgenannte, dann skalieren Sie im Grunde nur das dazugehörige Problem.

Nun der Reihe nach:

Zeit gegen Geld ⇒ “Im Hamsterrad gefangen sein”?

Sich wie im Hamsterrad zu fühlen, ist kein Gleichnis für die Beschreibung einer wiederholenden Tätigkeit, sondern für die Umschreibung eines unangenehmen Gefühls, das sich einstellt, wenn Sie mit der Tätigkeit nicht vorankommen. Der Unterschied am eigenen Beispiel verdeutlicht:

Ich habe viele Marketing-“Weisheiten” im Laufe der Jahre eingekauft und habe sie entsprechend einige Zeit ausprobiert. Beispielsweise ein bestimmtes Format täglich zu produzieren und zu posten. Meist stellte ich aber dabei fest, dass die Tätigkeit mir schlicht keinen Spaß bereitet. Ich hatte in der Tat ein Déjà-vu-Erlebnis des Im-Hamsterrad-Gefangenseins und bin folglich aus dem Rad ausgestiegen. Fallweise habe ich anschließend die Tätigkeit outgesourct, aber nach einer angemessenen Testphase festgestellt, dass sich die Ausgabe schlicht nicht lohnt und habe sie dann ganz eingestellt.

Wenn ich hingegen regelmäßig Bilder für meine Präsentationen bearbeite oder die Zahlen meiner Firmenkunden importiere und aufbereite, dann habe ich es mit einer Vielzahl von Routine-Tätigkeiten über einen längeren Zeitraum zu tun. Diese machen mir aber Spaß! Ich schaffe es bisweilen, diese Tätigkeiten in einem “Zen“-Zustand auszuführen und entspanne sogar dabei.

Wann macht Ihnen eine Tätigkeit Spaß?

Das Gefühl von Freude versus Unlust ist m. E. signifikant damit korreliert,

  1. ob Ihnen wirklich bewusst ist, was Ihre eigene Tätigkeit bewirkt und dass
  2. Sie das Gefühl haben, mit dieser Wirkung einen Mehrwert zu stiften – für sich selbst und für Ihre Kunden.

Was die besagten Marketing-Aktivitäten oben betrifft, die meisten stiften eben aus meiner Wahrnehmung keinen erkennbaren Mehrwert. Wir machen sie, weil “man” das halt so macht. Und weil uns nichts Besseres einfällt, was wir stattdessen tun könnten. (Vgl.: Positionierung = Wunschkunden?)

Auch wenn sie es sich selbst gegenüber womöglich nicht zugestehen wollen: Viele Dienstleister, die ich kenne, stecken längst in einem Social-Media-Marketing-Hamsterrad fest.

Was die Wahrnehmung der Wirkung betrifft, meist orientieren wir uns an “Geld” als Messlatte – z. B. in Form von Kundenumsätzen. Getreu dem Motto: “Meine Umsätze würden wohl kaum steigen, wenn ich nicht einen adäquaten Mehrwert für meine Kunden erschaffen könnte”.

Finanzieller Erfolg kann sehr wohl motivieren und dafür sorgen, dass Sie auch unliebsame Tätigkeiten durchstehen. Ist er jedoch Ihr einziger Motivator für die Ausübung einer Tätigkeit, dann rächt es sich umso mehr, wenn er ausbleibt.

Nehmen Sie beispielsweise YouTuber oder Instagramer. Sie posten womöglich (mehrmals) täglich, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr; haben seit Jahren keinen echten Urlaub mit Müßiggang erlebt; erleben aber stattdessen eine/n zunehmend genervtere/n Partner/in daheim. Der unverfälschte Blick auf diese Realität ist solange versperrt, solange die Einnahmen nach oben schnellen.

Ändern die Plattformen wieder einmal ihre Algorithmen, sperren ihre Posts o. Ä., dann stellt sich die Erkenntnis brachial ein, dass sie sogar noch mehr machen müssten als bisher der Fall – allein um den Status quo aufrecht zu erhalten. In der Tat, der eine oder andere YouTuber oder Instagramer, den ich kenne, steckt längst in diesem Hamsterrad fest und erkennt keinen Ausweg.

Oder nehmen Sie Coaches. Viele, die ich kenne, brennen dafür zu coachen. Mit “Coachen” meinen sie die Tätigkeit, die sie vis-à-vis ihrer Klienten ausüben. Nicht aber notwendigerweise die Zeit, die sie für die Gewinnung der Aufmerksamkeit ihrer Klienten, für die Angebotskalkulation, für die Vor- und Nachbereitung der Sitzung, für die Verbuchung des Auftrages, u. v. a. m. aufbringen müssten.

Wie motiviert man sich, wenn das “echte” Coaching gefühlt nur 10% ausmacht und man die restliche Zeit mit Tätigkeiten verbringt, die einem nicht nur keinen Spaß bereiten, sondern auch keinen Sinn zu stiften scheinen? Siehe Problematik Marketing oben! Erst recht, wenn die Klienten trotz der vielen Maloche wegbleiben.

Der Weg aus dem Hamsterrad: das Gefühl, einen Mehrwert zu stiften!

Ob Sie mit der eigenen Tätigkeit einen Mehrwert stiften, ist nicht selten eine Frage der subjektiven Wahrnehmung.

Die Paradoxie dabei:

Es gibt Tätigkeiten, die wahrhaftig Sinn stiften, aber Ihnen keinen Spaß machen, weil Sie den Sinn dahinter nicht erkennen.

Und es gibt Tätigkeiten, die Sie gerne machen, und die sogar von Experten empfohlen werden, aber diese bei genauerer Betrachtung nicht nur keinen Sinn stiften, sondern sogar die Produktivität und die Profitabilität Ihres Unternehmens vernichten.

Der Weg aus dem Hamsterrad:

  1. Sich selbst bewusst zu machen, was Sie genau machen.
  2. Sich selbst bewusst zu machen, was Sie damit bewirken möchten. Und diese These kritisch überprüfen.
  3. Auf Ihr eigenes Gefühl achten, ob Sie mit dieser Wirkung einen Mehrwert stiften – für sich selbst und für Ihre Kunden. Nach Möglichkeit das Gefühl validieren.
  4. Sie sollten aufhören, wertvolle Ressourcen mit Tätigkeiten zu verbrennen, die keinen Mehrwert stiften – unabhängig davon, ob Sie dafür die eigene Zeit einbringen oder eine fremde Zeit einkaufen.

Erschreckend viele Handgriffe stiften keinen Mehrwert

Und das ist der Übergang zur Einstiegsbehauptung: Das Thema Zeit-gegen-Geld-Falle ist am eigentlichen Problem vorbei. Ein Problem, das alle Anbieter gemeinsam haben. Nämlich dass erschreckend viele Tätigkeiten und Handgriffe im Geschäftsleben, die Sie zur Akquisition, Durchführung, Nachbereitung, …, von Kundenaufträgen durchführen, keinen erkennbaren Mehrwert stiften. Sie machen sie so, weil Sie gesagt bekommen haben, dass Sie sie so machen sollten.

Die Folge: Sie arbeiten unproduktiv. Das bedeutet: Sie machen nicht das beste aus der äußerst knappen Ressource “Zeit”, die Sie zur Verfügung haben.

Deswegen sollten Sie die eigenen Abläufe bewusst gestalten und den dazugehörigen Arbeitsaufwand ordentlich kalkulieren!

Zahlen? Igitt!

Dies vorausgeschickt, ob selbstständige Coaches oder geschäftsführende Gesellschafter von größeren Unternehmen:

Es ist frappierend, wie viele Menschen faktisch nichts mit Zahlen im Allgemeinen und Auftragskalkulationen, Excel-Tabellen o. Ä. im Besonderen anfangen können.

Sie kalkulieren ihre Aufträge “intuitiv” und stellen dafür wenig hilfreiche Milchmädchenrechnungen an und/oder lassen sich Zahlen vorlegen, mit denen sie nicht wirklich etwas anfangen können.

Hände tauschen Sanduhr und Goldmünzen aus
Der wichtigste Faktor zu einer höheren Profitabilität besteht darin, die eigene Arbeitszeit nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern WERTzuschätzen.

Zum Angebot

In diesen Fällen sehe ich die Lösung nicht primär darin, neue Software zu installieren oder die Tätigkeiten an andere outzusourcen, sondern darin, Ihnen dazu zu verhelfen, zu verstehen, wie diese unliebsamen Tätigkeiten positiv dazu beitragen, erfolgreicher und zufriedener zu arbeiten.

Ich kann mit Stolz sagen, dass es mir oft gelingt, dass meinem Gegenüber nach und nach die Arbeit mit Zahlen und Excel-Tabellen Spaß bereitet, weil er den Sinn darin erkennt.

Darüber hinaus tendieren Sie als Selbstständige und Unternehmen gleichermaßen dazu, Ihre wertvolle und knappe Ressource Zeit mit Kulanz- und Mehrleistungen zu verbringen, die Sie nicht antizipiert und eingepreist haben. Und da Sie einen Großteil davon nicht bewusst auf Ihrem Radarschirm haben, können Sie Ihren wertvollen Zeiteinsatz im Sinne Ihres Kunden noch nicht einmal mündlich Ihrem Kunden gegenüber vermarkten. Ganz zu schweigen davon, diese auszurechnen und in Rechnung zu stellen.

Die Folge: Sie überarbeiten sich und unterm Strich bleibt dennoch nicht genug hängen.

Eine ordentliche Auftragskalkulation ist ein Muss

Das Ausmaß dieses Phänomens möchte ich Ihnen anhand eines einfachen und typischen Beispiels aus dem Coachingmarkt visualisieren:

Ein Business Coach mit einem durchaus komfortablen Stundensatz von 350,– netto erhält einen Auftrag von einem Firmenkunden: 7 Sitzungen à 1,5 Stunden mit einer leitenden Person vor Ort im Unternehmen. Der Coach legt die Offerte heraus: 7 x 1,5 x 350,– = 3.675,– netto zzgl. Fahrtkosten.

Als ich gemeinsam mit dem Coach den Auftrag nachkalkuliert habe, stellte sich das Ausmaß des Problems wie folgt heraus:

Er hatte weder die Auftrags-Vorarbeiten eingepreist, noch die Vor- und Nachbereitung der einzelnen Sitzungen mit im Schnitt je eine Stunde/Sitzung. Darüber hinaus hat sein Klient zwischen den Sitzungen den Dialog mit ihm gesucht. Im Schnitt je eine halbe Stunde. Und die Sitzungen selbst haben nicht wie geplant 1,5 Stunden gedauert, sondern eher zwei. Und für die Hin- und Rückfahrt zum Unternehmen war der Coach je zwei Stunden unterwegs.

Sprich: Der Coach hat faktisch insgesamt 40,5 Stunden an diesem Auftrag verbracht, was einen effektiven Stundensatz von lediglich 91, – /Std. netto bedeutet. Hätte er wahrhaftig seinen tatsächlichen Zeiteinsatz gegen Geld getauscht, hätte er 14.175,– anstatt 3.675,– verlangen müssen. Das ist die 3,9-fache Summe!

Egal ob händisch produziert oder automatisiert und skaliert: Müll bleibt Müll!

Wenn Sie Ihre Zeit damit verbringen, einen Output zu produzieren, der keinen echten Mehrwert für Ihr Unternehmen stiftet, dann ändert sich auch nichts daran, wenn Sie den dazugehörigen Prozess automatisieren und verschlanken. Sie stiften nach wie vor keinen Mehrwert.

Und die rhetorische Frage lautet: Was passiert, wenn Sie beim Ziel, Ihre Umsatzpotenziale zu skalieren, den dazugehörigen produktivitäts- und wert-vernichtenden Prozess mit skalieren?

Dieses Phänomen können Sie täglich auf sozialen Netzwerken beobachten. Dort bekommt man täglich “Kopieren-Einfügen-E-Mails” von Produktverkäufern, die sich ganz offensichtlich keine einzige Minute mit einem als potenziellen Kunden befasst haben.

Ich frage mich dabei: Auf welchem Planeten gibt es diesen potenziellen Kunden, der sich denkt: “Ja, ich habe schon immer davon geträumt, das Gefühl vermittelt zu bekommen, eine statistische und beliebig austauschbare Nummer zu sein und automatisiert abgefertigt zu werden. Ich fühle mich dabei wie der König Kunde.

Gibt es unter den Adressaten Personen, die eine solche Ansprache tolerieren, dulden oder ausblenden? Ja! Aber mögen bzw. präferieren? Wohl kaum!

Was wäre, wenn Einzelhandel dazu überginge, ihre Kunden wie manche Online-Marketer anzusprechen?

Metzger bietet Fleisch an und schreibt dazu: Hey [Dein Vorname]! "Wenn Dich dieses Produkt grundsätzlich interessiert, dann lasss uns nächste Woche ein unverbindliches Gespräch vereinbaren..."

Plakativ formuliert: Schreiben Sie händig solche E-Mails an 10 Targets, dann verbrennen Sie womöglich alle 10 Targets. Verschicken Sie standardisiert und prozessoptimiert an 1.000 Targets, dann verbrennen Sie 990 Targets. Aber Sie verbrennt sie wenigstens sehr effizient, nicht wahr?

Fazit:

  • Der wichtigste Faktor zu einer höheren Profitabilität besteht darin, Ihre eigene Arbeitszeit nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern wertzuschätzen.
  • Ein wichtiger Schritt zu diesem Ziel besteht darin, sich gewahr zu werden, was Sie faktisch und in welcher Zeit tut und was davon einen Sinn stiftet – für sich selbst und für Ihre Kunden. Und dass Sie sich bemühen, sowohl den Aufwand als auch den Mehrwert in Euros auszudrücken. Das ist die Sprache, die viele von uns sofort verstehen und die Schlussfolgerungen daraus leichter annehmen können.
  • Das wiederum erleichtert es ungemein, Ihrem Kunden gegenüber bewusst kommunizieren zu können, was Sie alles für ihn machen und welchen Wert Sie dadurch für ihn stiften.
  • Und das wiederum ist die Voraussetzung dafür, dass Ihr Kunde zufrieden ist und für diesen (Mehr-)Wert den angemessenen Preis zahlt.

 
Hände tauschen Sanduhr und Goldmünzen aus
Der wichtigste Faktor zu einer höheren Profitabilität besteht darin, die eigene Arbeitszeit nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern WERTzuschätzen.

Zum Angebot

 

 

Autor:

eBooks, Hörbücher, Podcasts:

Titelbilder der beiden eBooks bei bookboon.com
→ bookboon.com

6 Kommentare zu „Geschäftsmodell Zeit gegen Geld“

  1. Nie werde ich Ihren phantastischen Satz zu diesem Thema vergessen, den Sie auf LinkedIn als Antwort zu einem Beitrag gegeben haben. Vielen Dank, dass ich ihn auf meiner Website in den Sprachschätzen aus meinem Netzwerk teilen durfte.

  2. Es ist richtig wie Sie es darstellen, ich ergänze noch.
    Der Anbieter muss zuerst sich seine eigenen Ziele definieren und hier beginnt für manche die Schwierigkeit.
    Frage: Warum rufe ich einen hohen oder niedrigen Stundensatz auf?
    Möchte ich mit dem hohen Stundensatz mein eigenes Ego streicheln (ich bin der Rolls Royce) oder möchte ich dabei viel verdienen? Das Verdienen ist nicht nur abhängig von dem Stundensatz sondern auch von der Auslatung und ein doppelter Stundensatz bedeutet trotzdem weniger Einkünfte wenn man dafür wesentlich weniger ausgelastet bleibt.
    Auch ein niedrigerer Stundensatz muss eine bewusste klare Entscheidung sein.
    Dient er die Erhöhung meiner Auslatung oder ist er nur ein Lockmittel um ggf. aus einem Einmalkunden einen Dauerkunden zu generieren.

  3. Für einen vorhandenen Auftrag spielt es oft keine Rolle ob man mit einem hohen Stundensatz nur die Kernarbeit direkt mit dem Kunden berechnet oder mit einem niedrigeren Stundensatz auch alle Zeitfresser wie Fahrtzeiten, Telefonate, Recherchen etc. abrechnet.

    Der eigentliche Unterschied betrifft die Auftragsvergabe bei neuen Aufträgen / Kunden.
    Der neue Kunde neigt oft dazu, den Dienstleister mit dem niedrigeren Stundensatz zu beauftragen, ganz gleich wie dabei später abgerechnet wird.

    1. Das ist durchaus richtig was Sie sagen – gesetzt den Fall, dass man sich bewusst ist, wieviel Zeit man mit all den „Zeitfressern“ verbringt. Dann kann man auch eine bewusste Entscheidung bezüglich der Produkt- und Preispolitik treffen, die man verfolgen möchte.

      Das ist m. E. nicht die Regel. Um Ihren Punkt in einem plakativen Beispiel aufzugreifen, die Regel ist eher:

      Berater* hat einen Tagessatz von 1.600,⁠–. Die Person arbeitet 2 Tage vor Ort und rechnet insg. 2,5 Tage inkl. Vor- und Nachbereitung = 4.000,⁠– ab. Sie ist sich aber nicht bewusst, dass sie mit allem Drum und Dran faktisch 4 Tage arbeitet (ø 1.000,⁠–/Tag). Sie bietet nun einen Neukunden einen Lockpreis von 1.000,⁠–/Tag an, ist aber weiterhin unreflektiert im alten Trott unterwegs, rechnet somit 2,5 Tage ab, arbeitet 4 Tage und hat folglich nur noch ø 625,–/Tag.

      ø 625,–/Tag ist nicht per se etwas negatives. Als negativ wird es empfunden, wenn sie glaubt sich unter Preis verkauft zu haben und nicht wertgeschätzt zu werden bzw. sich zu überarbeiten und dennoch nicht genug hängenbleibt. In diesen Fällen entscheide ich zusammen mit der Person fallweise, welcher Weg eher passt: Die eigenen Erwartungen u/o den Preis u/o die Berechnungsmodalitäten anzupassen u/o eine Skalierbarkeitsmöglichkeit einzuführen?

Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll to Top