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Per­so­nal­aus­wahl: Was haben DSDS und Das Lite­ra­ri­sche Quar­tett gemein­sam? — 2 Kommentare

  1. Zu Fall 1) Schließ­lich gibt es eine Pro­be­zeit in der die Eig­nung des Mit­ar­bei­ters und sein Fach­wis­sen durch­leuch­tet wer­den kann. Daher muss man nicht alle Prü­fun­gen vor der Ein­stel­lung ver­la­gern, schließ­lich kauft man kei­nen Geraucht­wa­gen vom Pri­vat­mann wie gese­hen.

    Zu Fall 2) Der Arbeit­ge­ber muss zunächst sich dar­über im kla­ren sein, ob er Wert auf lange Anwe­sen­heit der Mit­ar­bei­ter oder die schnelle Erle­di­gung der Arbeit legt.
    Beide Vari­an­ten haben Vor­teile und wider­spre­chen sich nur schein­bar.

    Wenn die Kun­den den Mit­ar­bei­ter ken­nen und Wis­sen, dass er auch um 19:00 oft erreich­bar ist, dann hat oft die­ser Mit­ar­bei­ter einen hohen Stel­len­wert bei dem Kun­den, auch wenn er lang­sa­mer arbei­tet.

    • Ist es dann nicht schon zu spät? Sofern das Fach­wis­sen für eine Posi­tion von Rele­vanz ist, gilt es doch den *rich­ti­gen* Kan­di­da­ten in die Pro­be­zeit zu schi­cken! Ein Bei­spiel aus mei­ner eige­nen His­to­rie: Für die Betreu­ung von insti­tu­tio­nel­len Kun­den ist ein fun­dier­tes Fach­wis­sen auf unter­schied­li­chen Gebie­ten zwin­gend erfor­der­lich. Die Vor­ge­hens­weise war damals bei allen poten­ti­el­len Arbeit­ge­bern in die­ser Frage gleich: Die Ver­ant­wort­li­chen für die Key-Account-Betreu­ung hat­ten sich auf einen oder meh­rere Kan­di­da­ten geei­nigt, mein Fach­wis­sen wurde im Anschluss im Schnitt von 6-8 unter­schied­li­chen Pro­dukt­spe­zia­lis­ten in Ein­zel­ge­sprä­chen auf Herz und Nie­ren über­prüft. Nicht das, was ich damals gelernt hatte, nicht das, was ich mal in einer frü­he­ren Posi­tion gemacht hatte (das alles wurde bereits im »nor­ma­len« Inter­view abge­deckt), son­dern die Tiefe und die Aktua­li­tät mei­nes Wis­sens im Hier und Jetzt!

      Ande­res Bei­spiel: Wenn für eine Posi­tion fun­dierte Excel-Kennt­nisse erfor­der­lich sind, ist es m. E. schlicht nicht aus­rei­chend, sich dar­auf zu ver­las­sen, dass der Kan­di­dat in der enge­ren Wahl sich selbst in sei­nem Lebens­lauf als »Experte« bezeich­net. Ich habe es und werde es immer so hand­ha­ben: Ich ent­werfe einen Test! Er kriegt mein Lap­top vor­ge­setzt und soll im Hier und Jetzt vor­füh­ren, wie gut er mit Pivot-Tabel­len umge­hen kann, Ver­weis­funk­tio­nen pro­gram­mie­ren kann, etc.

      Zu Ihrem 2. Punkt: Auch diese Kau­sa­li­tät (Über­stun­den fin­det der Kunde gut) würde ich an Ihrer Stelle nicht ein­fach unter­stel­len, son­dern über­prü­fen. Meine Kol­le­gen, zustän­dig für Kun­den­be­fra­gun­gen, kön­nen ein Lied davon sin­gen wie häu­fig Fir­men unnö­tige und für sie sehr kost­spie­lige Dienst­leis­tun­gen vor­hal­ten, nur weil sie *anneh­men*, dass der Kunde sie wol­len würde. Manch­mal näm­lich nimmt der Kunde nur des­we­gen eine Leis­tung mit, weil sie (kos­ten­los) ange­bo­ten wird und nicht weil er sie braucht oder für wich­tig erach­tet!

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