Unternehmensnachfolge: Welche Alternativen haben bzw. kennen Sie? Eine attraktive Alternative haben Sie sicherlich bis dato noch nicht in Betracht gezogen!
Unternehmensnachfolge: Welche Alternativen haben bzw. kennen Sie? Eine attraktive Alternative haben Sie sicherlich bis dato noch nicht in Betracht gezogen!

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Unternehmensnachfolge: eine unbekannte Alternative!

2 Min.

In ein paar Jahren möchten Sie den wohl verdienten Ruhestand antreten, aber ein geeigneter Nachfolger aus der Familie fehlt. Eine Alternative haben Sie sicherlich bis dato nicht in Betracht gezogen!

Wie organisiert man die Unternehmensnachfolge, wenn ein geeigneter Nachfolger aus der Familie fehlt?

Sie können einen fremden Geschäftsführer einsetzen. Ihre Sorge ist, dass Sie für viel Geld lediglich einen “Verwalter” einkaufen. Jemand, der nicht in der Lage sein wird, die Firma strategisch in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Außerdem war Ihre Rendite als Anteilseigner bis dato nicht sehr hoch. Können Sie so optimistisch sein, dass sich das ändert? Ohne künftiges Geschäftsführergehalt müssten Sie mit weniger Einkommen auskommen.

Also bleibt noch die Möglichkeit, die Firma zu veräußern. Der potenztielle Käufer kann leicht eins und eins zusammenzählen: Kein Nachfolger, Alternativen fehlen, also kann ich den Preis drücken.

Außerdem: Was machen Sie mit dem Verkaufserlös? Worin investieren Sie, ohne dass Sie Gefahr laufen, vom Regen in die Traufe zu kommen?

Eine Alternative haben Sie sicherlich bis dato bei der Unternehmensnachfolge noch nicht in Betracht gezogen: eine sich selbst organisierende Organisation: Sie bleiben pro forma operativer Geschäftsführer, geben weiterhin die Strategie vor, und die Mitarbeiter »schmeißen selbst den Laden«!

Vielleicht geht es Ihnen gerade so wie mir vor ein paar Jahren, als man mir zum ersten Mal von dieser Alternative berichtete. Ich hatte ein Grinsen im Gesicht und mir ging durch den Kopf: »Weltfremder geht es wohl nicht mehr«!

Dann fing ich aus Neugierde an, mich doch mit der Thematik näher zu beschäftigen. Ich stieß dabei auf Firmen wie beispielsweise “Morning Star“: Produzierendes Gewerbe, $ 700 Mio. Umsatz, Weltmarktführer in ihrem Segment, sehr profitabel aber: keine Manager und Führungskräfte! Die ca. 400 Mitarbeiter managen sich selbst.

Man darf sich keine falschen Hoffnungen machen: Der Weg von der traditionellen Management-Methode hin zu einer Selbstorganisation ist kein leichter Weg und dauert einige Jahre. Es ist ein schwieriger Lernprozess für Ihre Mitarbeiter. Aber auch für Sie selbst, denn diese Sicht wird Ihre Welt auf den Kopf stellen.

Aufgrund der eingangs geschilderten Situation könnte es dennoch eine durchaus attraktive Alternative für Sie sein. Lassen Sie uns darüber reden, wie ein solcher Prozess in Ihrem konkreten Fall aussehen könnte.


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5 Kommentare zu „Unternehmensnachfolge: eine unbekannte Alternative!“

  1. Pingback: Ablauforganisation: Mach es zu deinem Projekt! - brandeins – Fachblog: Kourosh Ghaffari

  2. Sicherlich kann diese “Alternative” in seltenen Einzellfällen zum Tragen kommen.
    Man muss sich fragen: Kann ein Unternehmer zukünftig sich auf die Stellung eines “pro forma GF” zurückziehen und die Fäden aus der Hand geben, in der ungewissenen Zukunfts-Hoffnung die er kaum beeinflussen könnte. Oder, würde er eher den Spatz des geringen Verkaufpreises seines Unternehmens mitnehmen und sich aus dem geschäft völlig herausziehen?
    Ich gehe davon aus, dass i.d.R. die zweite Möglichkeit gewählt wird.

    1. Ich danke Ihnen für den guten Einwand. Ja, auch ich vermute, dass die meisten die 2. Möglichkeit wählen. Aber diese Entscheidung hat nichts mit der hier aufgezeigten Alternative zu tun:

      Die Person, die die Firma (mehrheitlich) besitzt und selbst als Geschäftsführer führt, hat i.d.R. mehrere berufliche “Rollen” inne: Als “Manager” organisiert sie, dass *andere* gut und produktiv arbeiten können. Als *Fachkraft* ist sie hier der beste Verkäufer der Firma, dort der beste Ingenieur. Und als “Unternehmer” hält sie den Überblick und die Fäden in der Hand, sorgt für eine attraktive Vision, mit der sie andere (u.a. Mitarbeiter) begeistert, stellt die richtige strategische Positionierung der Firma sicher und passt diese laufend an, u.v.a.m.

      Meiner bescheidenen Beobachtung nach ist gerade die Rolle des Unternehmers recht häufig vakant. Denn viele Unternehmer arbeiten hauptsächlich als Fachkraft und als Manager. Nicht selten fühlen sie sich deswegen im Kleinklein des Alltags gefangen und haben das Gefühl, auf der Stelle zu treten.

      Die Rollen Manager und Fachkraft kann man outsourcen. An andere Manager und Fachkräfte (oder in der hier aufgezeigten Alternative an die Mitarbeiter) in der Firma. Darauf beziehe ich mich in diesem Beitrag, wenn ich von pro forma GF spreche. Aber die Rolle des Unternehmers kann der Unternehmer nicht outsourcen. Erst dadurch, dass er die beiden anderen Rollen outsourct, wird er Kapazitäten haben, die Rolle des Unternehmers (wieder) wahrzunehmen.

      Apropos “Rolle Unternehmer”, am kommenden Montag erscheint ein Blogbeitrag von mir hierzu.

      1. Mit dieser Lösung hat der Unternehmer sich zwar privat in eine bequemem Position begeben, aber das Nachfolger-Problem dadurch nicht gelöst.
        Spätestens nach seinem Ableben, werden die Erben damit konfrontiert, wie sie eine selbst orga­ni­sie­rende Orga­ni­sa­tion am schnellsten unter sich aufteilen könnten.
        Die Erben sind immer noch die gleichen Personen, die zu Lebzeiten des Unternehmers kein Interesse an die Nachfolge gezeigt hatten und daher stünde als einzigste Lösung der Verkauf an.

        1. Das kann durchaus so sein, bedenken Sie aber bitte, dass Sie eine Vermengung von unterschiedlichen Themen ansprechen:

          Die Erben bleiben/ werden zu Investoren. Ob man sich von einer Investition trennt, hängt davon ab, ob man das Geld anderweitig benötigt oder man eine bessere Investition in Aussicht hat und nicht von den beiden Themen unten.

          Die *operative* Unternehmensführung ist i.d.R. die Tätigkeit, wozu der potentielle Nachfolger aus der eigenen Familie keine Lust hat. Dieses Problem ist auch in Ihrem Szenario weiterhin gelöst!

          Die *strategische* Unternehmensführung wäre in Ihrem Szenario noch zu lösen. Sie werden am Markt genügend Beispiele vorfinden, wo die strategische Unternehmensführung de facto nicht von der Geschäftsführung ausübt wird, sondern von den Inhabern! Sie werden sogar Fälle vorfinden, wo die Tätigkeit de facto aus den Kontrollgremien heraus erfolgt! Und natürlich können die Inhaber einen GF genau hierfür einstellen.

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